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Gestaltung von Lehrplänen: Die Entscheidung für einen humanen Ansatz und dessen konkrete Umsetzung in der biowissenschaftlichen Lehre

Lara Marie Rasmussen
Veterinärmedizinische Fakultät, Western University of Health Sciences, USA

Einführung

In Vom Versuchstier zur Computermaus geht es um die Ausbildung - konkret um eine humane Ausbildung, aber dennoch um Ausbildung selbst. Die Botschaft ist eine bessere Art und Weise des Lernens. Diese Botschaft wäre nicht vollständig, ohne in Betracht zu ziehen, wie wir Lernen erleichtern können und wie wir auswählen, was für unsere Studierenden wichtig ist, d.h. die Gestaltung von Lehrplänen. Beim Gestalten einer humanen Ausbildung für Studierende der Biowissenschaften geht es nicht nur um das Ersetzen der Tiersezierung durch unbelebte Tiermodelle und Computerprogramme. Neben der effektiven Bewerkstelligung der herkömmlichen Ziele erfüllt eine humane Ausbildung überdies die Aufgabe einer Erweiterung des Lernpotenzials, indem Konzepte wie die Achtung des Lebens, Mitgefühl, Kommunikation und Verständnis unter den Menschen und gegenüber Tieren, Nächstenliebe und die ‚Verwandtschaft' aller Lebewesen berücksichtigt werden. Die Gestaltung bzw. Neugestaltung von Lehrplänen muss also mehr sein, als einfach nur eine nicht-schädigende Lehrmethode auszuwählen, um eine tierschädigende Methode zu ersetzen. Die Betonung muss vielmehr auf der Entwicklung von Zielen liegen, die dieser größeren Aufgabe gerecht werden, sowie auf der Bewertung von Lehrmethoden hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile im Bezug auf diese Ziele. Die Annahme, dass die Ausbildung in den Biowissenschaften einfach nur das Lernen einer bekannten Menge an Fakten, Grundsätzen und Fertigkeiten beinhaltet, ist kurzsichtig und objektivistisch.1

Was wir heute "wissen" ist anders als das, was Darwin "wusste" oder was unsere Urenkel "wissen" werden. Das, was wir heute unter dem Begriff "human" im Allgemeinen verstehen, ist anders als das, was vorherige oder zukünftige Generationen darunter verstanden bzw. verstehen werden. Die Prämisse dieses Kapitels ist es, darzulegen, dass die o.g. Aufgabe - eine bessere Art und Weise des Lernens - in jeder Hinsicht erstrebenswert ist. Und dass, wenn unsere Gesellschaft in diese Richtung fortschreiten soll, sich unser Bildungssystem weiterentwickeln muss. In diesem Kapitel wird ein Überblick über die Gestaltung von Lehrplänen gegeben; ein gründlicher Ansatz, der auf breitgestreute Quellen zurückgreift, ein umfassendes Spektrum von Erwägungen berücksichtigt und auf der Überzeugung basiert, dass Humanität positive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

Lernen in den Biowissenschaften

Die Biowissenschaften umfassen eine breite Gruppe an komplexen, sich ständig ändernden Disziplinen, in denen für eine erfolgreiche Teilnahme viele unterschiedliche Fertigkeiten, Sachkenntnisse und Eigenschaften erforderlich sind. Es ist eine oftmals übersehene Schwierigkeit, in einem Lehrplan auf eine solche Diversität einzugehen und sie zu verwirklichen. Der Schwerpunkt wird gewöhnlich allein auf das Wissen an sich gesetzt. Die Aneignung von Sachwissen ist jedoch nur der Anfang. Studierende der Biowissenschaften müssen tiefer in die kognitive Domäne eindringen, um das Wissen zu verstehen, anzuwenden, zu analysieren, zusammenzufügen und zu bewerten (Taxonomie von Benjamin Bloom2). Des Weiteren müssen die Biowissenschaften auch über die affektive und die psychomotorische Domäne angegangen werden. Studierende müssen Informationen empfangen und auf sie reagieren können. Sie müssen bereit sein, Informationen zu bewerten, zu organisieren und zu charakterisieren. Dabei muss jeder über die praktischen Fertigkeiten verfügen, die für eine erfolgreiche Teilnahme im gewählten Fachbereich erforderlich sind. Das grundlegende Prinzip - wenn wir das Lernen in den Biowissenschaften behandeln - muss sein, Achtung und Respekt vor dem Leben zu lehren. Denn diese Studierenden erhalten schließlich die Möglichkeit, unsere zukünftigen Experten, Ausbildende, politischen Akteure und Leitbilder zu werden. Sie für solche hohen Bestrebungen vorzubereiten, indem ihre Begeisterung für das Lernen, ihre Wissbegierde und ihr ungeteiltes Mitgefühl aufrechterhalten werden, wäre ein Schritt in eine positivere Zukunft unserer Zivilisation und unseres Planeten.

Lehrplan-Erstellung in den Biowissenschaften

Bei der Gestaltung oder Überarbeitung eines Lehrplans müssen wir als Erzieher uns von den Methoden loslösen und uns stattdessen auf das gewünschte Ergebnis konzentrieren. Wir sollten mit dem Gesamtbild anfangen und die Ziele des biowissenschaftlichen Lehrplans im Verhältnis zum gesamten Lehrplan festlegen.3 Als nächstes wird der Schwerpunkt für jeden biowissenschaftlichen Kurs oder Fachgebiet gesetzt, indem die Ziele skizziert und mit spezifischen Verhaltenseigenschaften hinterlegt werden (d.h. Aktivitäten, die notwendig sind, damit das Unterrichtsziel erreicht wird). Anschließend kann die Einteilung des Kurses in Form von gut ausgearbeiteten Zielen entwickelt werden. Die Auswahl der Methoden zur Vermittlung dieser Ziele ist der nächste Schritt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Art und Weise des Unterrichtens bzw. Lernens genauso wichtig für die Vermittlung dieser Ziele ist wie der Unterrichtsstoff selbst. Den unterschiedlichen Lerndomänen (kognitiv, affektiv, psychomotorisch) eine relative Bedeutung in Hinsicht auf das akademische Niveau und die zukünftigen Anforderungen zuzuweisen, ist eine anspruchsvolle und meist unbeachtete Aufgabe. Wenn die Studierenden sich weiter entwickeln und sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisieren wollen, müssen die Lernziele und Methoden entsprechend angepasst werden, ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren. Die Studierenden an den Hochschulen und nach dem ersten akademischen Grad müssen den breiten Umfang ihres gewählten Fachgebiets zu schätzen wissen - nicht nur die Fakten und Grundsätze, sondern auch die Fertigkeiten, Eigenschaften und Aktivitäten, die einer erfolgreichen Teilnahme eigen sind. Die Auswahl der Ziele und Methoden zur Herstellung dieser Breite macht die Gestaltung des Lehrplans zu einer Herausforderung, die letztlich aber sehr lohnend für den Studierenden ist. Trotz der beträchtlichen Investition von Zeit und Ressourcen in die Lehrplangestaltung sollten Ausbildende diese nicht als ein statisches, fertiges Projekt ansehen. Eine "evolutionäre" Entwicklung ist für einen Lehrplan unentbehrlich.

Wichtig für den Erfolg und die weitere Entwicklung des neuen Lehrplans ist nach dessen Einführung die Bewertung der Lernergebnisse im Verhältnis zu den Methoden. Mit herkömmlichen standardisierten Tests kann der Fortschritt des Studierenden u.U. nicht angemessen bewertet werden. Die Testmethodologie muss die Methoden, mit denen der Studierende die Informationen gelernt hat, sowie den jeweiligen Umfang des Lernstoffs berücksichtigen. Auch hier muss die Bewertung über das Abfragen von Fakten und Grundsätzen hinausgehen. Beispielsweise müssen auch Kommunikation, Sensibilität und Bemühung um Zusammenarbeit bewertet werden. Ferner dürfen die Bewertungen sich nicht nur auf den Fortschritt des Studierenden, sondern auch auf den Fortschritt des Lehrplans konzentrieren. Ein Lehrplan kann insofern mit einer wissenschaftlichen Untersuchung verglichen werden, als auch er sich über die Zeit durch Feedback und neue Informationen (z. B. Programmbewertungen) entwickelt und entfaltet4.Solche Daten zu ignorieren, käme dem vorzeitigen Abbruch einer Untersuchung gleich. Humane Ausbildungsmethoden haben das Potenzial für das Lernen sowohl in herkömmlichen Bereichen als auch in einer Vielzahl unterschiedlicher, bisher wenig anerkannter oder bewerteter Bereiche der Biowissenschaften (siehe den Beitrag von Balcombe in diesem Buch).

Allgemeine Ziele des Lehrplans

Die Lernziele in den Biowissenschaften sind sehr breit gefächert.5
Studierende müssen das vorhandene Wissen in verschiedenen Fachgebieten (wie z.B. Physiologie, Zoologie und Biologie) verstehen und/oder darauf zugreifen können. Sie müssen viele komplexe Wechselbeziehungen erlernen und schlussfolgernde Argumentationen führen können. Ferner erfordern die unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachgebiete den Einsatz der physischen und der Wahrnehmungsfähigkeiten. Ein Lernbereich, der nicht nur zu den Biowissenschaften gehört, jedoch hier ganz wesentlich ist, besteht in den lebensnahen Fertigkeiten wie Kommunikation, kritisches Denken, Selbstkontrolle, Interaktion in Gruppen, Problemlösung, lebenslanges Lernen usw. Der Kern für alle Bereiche in den Biowissenschaften aber ist die Achtung vor dem Leben. Wenn wir Ausbildende also die Ziele für einen bestimmten Lehrplan oder ein Studienprogramm aufstellen, müssen wir den Horizont erweitern, von dem aus wir unsere Anforderungen entwickeln. Wir müssen darüber hinausgehen, von den Studierenden zu fordern, dass sie Wissen ansammeln; wir müssen sie vielmehr dazu bringen, Biowissenschaftler zu werden. Die Ziele eines Lehrplans sind also Ideen, die "einen fortdauernden Wert über den Hörsaal hinaus" haben.6 
Haben diese Ideen integrativen anstatt ausschließenden Charakter, wird den Studierenden eine Entwicklung mit weitreichendem Potenzial ermöglicht.

Anwendung in der Praxis

Diese integrativen Ziele sind nicht objektiv messbar, sie beeinflussen den Lehrplan vielmehr richtungsweisend. Sie dienen den Lehrplanentwicklern und -teilnehmern als Konzept und Rahmen des Lehrplans. Solche integrativen Ziele können mit allgemeinen Ausdrücken wie 'verstehen', 'wertschätzen' und 'entwickeln' formuliert werden. Sie sollten konkret formuliert sein und, wie oben dargelegt, alle Aspekte des Lernens im Studium einschliessen.

Beispiele für integrative biowissenschaftliche Lernziele für Studierende der Veterinärmedizin können beinhalten:

o Die Aneignung grundlegender Fertigkeiten und Kenntnisse der Veterinärmedizin
o Das Kennenlernen der spezifischen Kommunikationsformen in der klinischen Veterinärmedizin 
o Die Wertschätzung der richtigen Lernpraxis, die für eine lebenslange Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen in der Veterinärmedizin notwendig ist
o Ein Verständnis für die Bedürfnisse von Patient und Tierhalter

Beispiele für integrative Lernziele in den Biowissenschaften allgemein können beinhalten:

o Die Aneignung der Grundkenntnisse des Studienfachs
o Die Entwicklung von Fähigkeiten, die für die Konzeption und Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung notwendig sind
o Das Erlernen und Wertschätzen der spezifischen Kommunikationsformen, die zur Verbreitung von Daten unter Wissenschaftlern einerseits und Laien andererseits notwendig sind
o Das Verständnis für die Bedürfnisse sowohl der Wissenschaft als auch der Tierpopulationen

Beispiele für integrative biowissenschaftliche Lernziele für den Gymnasiasten können beinhalten:

o Bewusstmachung der Bedeutung von ‚Leben' oder ‚lebend'
o Verstehen der Unterscheidungsmerkmale von Tierreich und Pflanzenreich
o Entwicklung der für das Lernen in den Biowissenschaften notwendigen Fähigkeiten
o Entwicklung eines Bewusstseins für die Vernetzung von Pflanzen- und Tierleben auf der Erde

Konkrete Ziele im Lehrplan

Aus diesem breiten Spektrum an übergeordneten Zielsetzungen können wir konkrete Ziele herausarbeiten. Konkrete Ziele sind mehr auf den Kontext eines speziellen Studienfachs oder Kurses zugeschnitten, erfüllen aber dennoch die allgemeineren Zielsetzungen des Lehrplans. Zum Beispiel wird ein Studierender beim Studium der Physiologie die Zielsetzungen eines allumfassenden Lehrplans der Biowissenschaften in dem spezifischeren Kontext des Lehrfachs Physiologie anwenden (z.B. können die Kommunikationsmittel in der Physiologie andere sein als in anderen Disziplinen. Die Methoden des Informationstransfer, der wissenschaftlichen Forschung oder Problemlösung können sich alle von denen unterscheiden, die man in der Anatomie, der Botanik oder der Ökologie verwendet.). Das Lernen wird effizienter und erfolgreicher, wenn es in einem deutlichen Kontext erfolgt. Der Student muss in der Lage sein können, die zu lernenden Informationen mit einer konkreten Erfahrung oder Situation in Verbindung zu bringen (wie z.B. beim Modell des kontextgebundenen Lernens)7. Die Formulierung konkreter Ziele ist der Anfang für die Schaffung eines solchen Kontextes.

Anwendung in der Praxis

Bei der Formulierung von konkreten Zielen geht es vorrangig um beobachtbare Resultate; so werden Aktivitäten beschrieben, die von dem Studierenden vorgeführt werden müssen, um einen Lernerfolg auf dem entsprechenden Gebiet nachzuweisen. Wenn ein Kurs nicht Teil eines gut gestalteten biowissenschaftlichen Lehrplans ist, dann sollten die Lehrenden sich die Zeit nehmen, einen Schritt zurück zu gehen und die Zielsetzungen für einen biowissenschaftlichen Lehrplan so gestalten, dass der entsprechende Kurs optimal darin aufgeht. Wir sollten immer auch berücksichtigen, woher der Studierende kommt und wohin er geht. Auf der Grundlage dieser Reflexion und Vorbereitung können sich dann tiefergehende Erwägungen herausbilden.

Beispiele für konkrete Lernziele für den Veterinärmedizinstudenten können beinhalten:

o Die Aneignung von Wissen in Bezug auf das normale und anomale Herz- und Gefäßsystem bei Hunden
o Die Beherrschung klinischer Fertigkeiten, die speziell für das Herz- und Gefäßsystem bei Hunden wesentlich sind
o Das Kennenlernen und Perfektionieren der für die Herz- und Gefäßdiagnostik und -therapie in der Veterinärmedizin unerlässlichen Kommunikationsformen
o Die Perfektionierung der Lernfähigkeit, die für einen lebenslangen Fortschritt der eigenen Kompetenzen in der Veterinärkardiologie notwendig ist
o Das Erkennen und Berücksichtigen der Bedürfnisse des Kardiologiepatienten und des Tierhalters
o Das angemessene Zeigen von Mitgefühl und Professionalität in Bezug auf die veterinärkardiologische Praxis

Beispiele für konkrete Lernziele für den Zoologiestudenten können beinhalten:

o Die Aneignung von Grundlagenwissen in Bezug auf den Lebenszyklus von Weichtieren
o Das Beherrschen von Fertigkeiten, die für die Gestaltung und Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung unerlässlich sind
o Das Erkennen und Perfektionieren der Kommunikationsfähigkeiten, die zur Verbreitung von Daten unter Wissenschaftlern einerseits und Laien andererseits notwendig sind

o Die Darlegung der Beziehung zwischen wirbellosen Tieren und ihrer Umwelt

Beispiele für konkrete Lernziele für den Biologieunterricht am Gymnasium können beinhalten:

o Die Aneignung von grundlegendem Wissen zur Genetik und Evolution
o Das Skizzieren und Unterscheiden der Lebenszyklen wirbelloser Lebensformen einerseits und von Wirbeltieren andererseits
o Die Darstellung der Rolle des Wassers und der organischen Moleküle für die tierischen und pflanzlichen Lebensformen
o Das Erkennen und Perfektionieren der für das Lernen in den Biowissenschaften notwendigen Fähigkeiten
o Das Erklären der Vernetzung von Pflanzen- und Tierleben

Zweckmäßige Studienziele

Schließlich können wir die oben erwähnten konkreten Ziele verwenden, um zweckmäßige Zielsetzungen für den Studiengang zu definieren.
sowie die Bedingungen festlegen, unter denen die studentische Leistung abzulegen ist. Studienplans beschrieben werden, sowie unter Berücksichtigung der Zeitanforderungen, des jeweiligen Leistungsniveaus der Studierenden, des jeweiligen Bedarfs hinsichtlich der späteren Studien oder Aktivitäten der Studierenden, der Ziele dieses und verwandter Kurse sowie der allgemeinen Zielsetzungen des Studiums. Diese können nach Priorität geordnet werden, um dem Studierenden noch mehr Orientierung zu geben. Gut ausgearbeitete Zielsetzungen werden die Rahmenbedingungen bilden, auf deren Grundlage sowohl Lern- als auch Bewertungsmethoden entworfen werden. 

Anwendung in der Praxis

Die Beschreibung eines Zieles muss genau definierte Begriffe beinhalten, sodass sich Bewertungsmethoden eindeutig daraus ableiten lassen (z.B. durchführen, analysieren, kalkulieren, prüfen, nachweisen, vergleichen). ‚Allgemeine' Lernziele werden aus der Sicht der Lehrenden beschrieben und zeigen dem Studierenden, was er von dem Kurs und dem Dozenten erwarten kann.
'Spezielle' Lernziele werden aus der Sicht der Studierenden beschrieben und drücken aus, was der Dozent von ihm erwarten wird. Eine interessante Möglichkeit innerhalb dieses Prozesses besteht darin, die Studierenden im Verlauf des Kurses ihre eigenen speziellen Ziele formulieren zu lassen.

Beispiele für biowissenschaftliche Lernziele für den Veterinärmedizinstudenten könnten beinhalten:

Im vierten Jahr des veterinärmedizinischen Studiums wird der Studierende in der Lage sein:
o Die zehn häufigsten elektrokardiographischen Anomalien bei einem Hundepatienten während einer echten klinischen Untersuchung korrekt zu deuten

o Eine mündliche kritische Abhandlung von zehn veterinärkardiologischen Internetquellen für Kommilitonen zur Verfügung zu stellen

o Techniken zur arteriellen Blutabnahme zu beherrschen und schriftliche physiologische Bewertungen von zehn klinischen Fällen zu erstellen, und zwar unter Verwendung eines Arteriensimulators, klinischer Proben und zweier Blutgasanalysatoren 
o Anhand einer videographischen Demonstration einer kardiopulmonaren Bypass-Operation zur Korrektur angeborener Anomalien beim Hund die lebende Grobstruktur des Herzens und der großen Gefäße zu identifizieren.

Beispiele für biowissenschaftliche Lernzielsetzungen für den Zoologiestudenten könnten beinhalten:

Bei Abschluss des Kurses ist der Student in der Lage:
o Den Lebenszyklus von Muscheln zu skizzieren sowie angehenden Studierenden Prinzipien zu erläutern
o Einen den nationalen Standards entsprechenden Antrag auf Wissenschaftssubventionen zu erstellen
o Einem professionellen Publikum die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen vorzustellen
o Eine zoologische Exkursion für Grundschüler zu entwerfen und durchzuführen
o Einen Bericht zu Umwelteinflüssen in Bezug auf die Entwicklung neuer Behausungen und auf Spezies XYZ vorzubereiten
o Ein öffentliches Diskussionsforum zum Thema einer dringlichen Wildtier-Problematik anzuleiten,
o Die ultrastrukturelle mikroskopische Anatomie der Zelle zu beherrschen
o Die Elemente des Untersuchungskonzepts für eine experimentelle Studie zu beurteilen

Beispiele für konkrete biowissenschaftliche Lernziele für den Biologieunterricht am Gymnasium könnten beinhalten:

Bei Abschluss des zweiten Jahres ist der Schüler in der Lage:
o Die Vermehrung bei genetisch bekannter Paarung im Pflanzenreich vorherzusagen
o Eine Spezies zu identifizieren und die phylogenetische Klassifikation darzulegen
o Eine wissenschaftliche Studie zur Untersuchung des Wasserhaushaltes von Säugetieren zu erstellen.
o Die Effekte physischer Anstrengung in Bezug auf die Herzgefäß-, Atem- und Stoffwechselsysteme von Säugetieren zu analysieren
o Die Elemente einer erfolgreichen schriftlichen wissenschaftlichen Kommunikation zu beschreiben
o Vier Methoden für das Lernen und Lehren im Biologieunterricht kritisch zu bewerten
o Den Transport eines Wassermoleküls von einem Regentropfen in die Blase eines Pumas zu beschreiben


Die Erfüllung von Lernzielen erfordert methodologische Entscheidungen. Die Risiken und Vorteile jeder Methode sollten identifiziert und abgewogen werden. Hilfreich für die Planung ist d. Die Verwendung von 'Brainstorming' als Methode erzwingt ein neues Nachdenken über die Lernmethode und wie diese direkt oder indirekt die gestellten allgemeinen und konkreten Ziele erfüllt.)

Wenn Studierende also sehen, dass eine Autoritätsperson einem Lebewesen durch Verwendung einer bestimmten Lehrmethode Schaden oder Schmerzen zufügt, lernt der Student, dass die Schädigung eines Anderen ein akzeptables Verhalten ist. Ein Begriff, der diese Idee definiert, heisst Desensibilisierung. Deren Konsequenzen können sehr weitreichend sein. Wollen wir, dass ein Kinderarzt oder ein Tierarzt es für unnötig hält, Schmerz bei Tieren oder Schmerz bei Kindern zu behandeln? 10 Sind diese Tatsachen damit verbunden, wie wir gelernt haben, d.h. sind sie verbunden mit der Erfahrung der Desensibilisierung während unserer Ausbildungsjahre?

Und wenn der Lehrplangestalter diese Dinge für wichtig erachtet, dann ist auch deren Wertschätzung durch den Lernenden wichtig. Außerdem können wir als Ausbildende ohne eine spezifische Identifizierung und Erkenntnis der Nachteile jeder Methode die Vorteile und Nachteile für unsere Studierenden nicht richtig abwägen. Aber dies ist unbedingt notwendig. 

Für den Lehrplangestalter bieten sich auf dem Gebiet der Lernmethodik kreative Möglichkeiten. Wir können Lernmethoden und Hilfsmittel wählen, die sich hinsichtlich ihrer Zielsetzungen bewährt haben, oder bestehende Methoden und Hilfsmittel neuen Zielsetzungen anpassen. Wir können neue Methoden und Hilfsmittel für eine geplante Anwendung mit spezifischen Zielsetzungen vortesten oder neue Methoden und Hilfsmittel speziell für diese Zielsetzungen entwickeln und sie durch die Anwendung selbst prüfen. Heutzutage steht uns eine Fülle an viel zu wenig genutzten Ressourcen zur Verfügung, die dem Lehrplangestalter bei der Auswahl von Lernmethoden und Hilfsmitteln helfen. Dieses Buch will eine dieser Ressourcen sein und dem Benutzer den Zugang zu diesen Lehrmitteln und -methoden erleichtern. Zur weiteren Unterstützung bei der Wahl der Lernmethode findet sich außerdem eine Fülle an Informationen in der pädagogischen Literatur,.

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