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InterNICHE Co-ordinator
Nick Jukes
42 South Knighton Road
Leicester LE2 3LP
England
Tel/Fax +44 116 2109652
coordinator@interniche.org
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Tierspendenprogramm
zur Deckung des Bedarfs im veterinärmedizinischen Studium: Alternativen
zur Tötung gesunder Tiere |
In einer über 3 Jahre angelegten Studie haben wir die Reaktion der Studierenden auf das Tierspendenprogramm ausgewertet. Das Ergebnis war überwältigend positiv (Tabelle 1).
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Tabelle
1
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Aussagen von Studierenden im 1. Studienjahr zum Tierspendenprogramm:
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Anzahl der Befragten von insgesamt 80
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Wenn ich die Wahl hätte, würde ich vorzugsweise:
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a) Anatomieunterricht und Sezierungen anhand eines gespendeten Tierkadavers durchführen
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78
(97,5 %)
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b)
Ein eigens gezüchtetes und getötetes Tier sezieren
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0
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c)
Weder gespendete Tierkadaver noch eigens gezüchtete Tiere sezieren
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2
(2,5 %)
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Der Großteil der Studierenden im 1. Studienjahr bevorzugt die Sezierung von gespendeten Tierkadavern. Sehr viele von ihnen halten das Programm aufgrund ihrer ethischen Bedenken gegenüber der Tötung gesunder Tiere für sehr wichtig (68,0 %) oder wichtig (30,7 %; Tabelle 2). Ein großer Teil der Studierenden, die die Sezierung gespendeter Tierkadaver bevorzugen, war der Meinung, dass die gespendeten Tiere manchmal pathologische oder klinische Merkmale haben, die zu dem Verständnis beitragen, wie wichtig die Kenntnis der normalen Anatomie des Tieres ist (Tabelle 2). Tabelle 3 zeigt die häufigsten klinischen Zustände, die bei den gespendeten Tieren beobachtet werden.
Die schriftlichen Bewertungen des Tierspendenprogramms von Seiten der Studierenden waren positiv und zeigten nachdrückliche Zustimmung. Ich habe nicht eine einzige negative Reaktion von Studierenden erfahren, die Anatomie und klinische Prozeduren anhand von gespendeten Tiere gelernt haben. Das Programm ist nun bereits im siebten Jahr erfolgreich und ist inzwischen für viele angehende Studierende einer der Hauptgründe, sich für die TUSVM zu
entscheiden.
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Tabelle
2
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Aussagen von
Studierenden, die die Sezierung gespendeter Tierkadaver bevorzugen
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Durchschnittswerte aus 3
Jahren
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Sehr wichtig
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Wichtig
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Nicht wichtig
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a Die gespendeten Tierkadaver haben manchmal pathologische oder klinische Merkmale , die zu meinem Verständnis
beitragen, wie wichtig die Kenntnis der normalen Anatomie des Tieres ist
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36 (46,2%)
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38 (48,7%)
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4 (5,1%)
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b Das Tierspendenprogramm ist
wichtig, weil ich ethische Bedenken gegenüber der Tötung gesunder Tiere zu Sezierungszwecken habe
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53 (68%)
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24 (30,7%)
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1 (1,3%)
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Tabelle 3: Typische klinische Merkmale, aufgrund deren die Hunde eingeschläfert
wurden:
1. Geschwulst im Bauchraum
2. Pankreastumor
3. Hämoabdomen (Wunde)
4. Rechtsventrikulärer Tumor
5. Grand-mal-Krampfanfälle
6. Mastzellentumor am Bein
7. Thorakolumbales Bandscheibenleiden
8. Wirbelsäulenbruch
9. Magendrehung (Torsio ventriculi)
10. Knochensarkom an Gliedmaßen
11. Muskeldystrophie
12. Magen-Darm-Blutung
13. Schilddrüsentumor
14. Lymphosarkom
15. Hämangiosarkom
16. Autounfall
Unser gesamter Bedarf an Tieren für den Unterricht wird mit dem Tierspendenprogramm gedeckt. Sowohl der Bedarf an Tieren für den makroskopischen Anatomieunterricht im 1. Studienjahr als auch für den Laborunterricht zu klinischen Fertigkeiten und zu medizinischen Prozeduren wird vollständig gedeckt. Kein gesundes Tier wird zu Lehrzwecken getötet.
Laut den Patientenakten bekommt die TUSVM durchschnittlich 21.484 Hunde und Katzen. Jeden Monat werden rund 240 Tiere (ca. 2 Drittel Hunde, 1 Drittel Katzen) auf Wunsch der Tierhalter eingeschläfert, von denen rund 20 Tiere pro Monat zu Unterrichtszwecken gespendet werden. Unsere Erfahrung lässt also darauf schließen, dass ca. 8 % der Tierhalter, die ihre Haustiere einschläfern lassen, die Tierkadaver dem TUSVM-Unterrichtsprogramm zur Verfügung stellen. Auf Grundlage dieser Zahlen sind wir davon überzeugt, dass ein solches Tierspendenprogramm an jeder Klinik nachhaltig erfolgreich sein wird.
Laut einer Umfrage unter verschiedenen veterinärmedizinischen Fakultäten in den USA ist die TUSVM die erste, die ein Tierspendenprogramm mit 100%-iger Deckung des Bedarfs an Tierkadavern zu Unterrichtszwecken eingerichtet hat. In einer Reihe weiterer Fakultäten gibt es Entwicklungen in Richtung einer Einrichtung oder Erweiterung von Tierspendenprogrammen.
Die veterinärmedizinische Fakultät der Texas A&M University bezieht rund 10 % der für den makroskopischen Anatomieunterricht benötigten Tierkadaver aus Spenden von lokalen Tierkliniken; die übrigen 90 % sind Tiere, die in Tierheimen oder -asylen eingeschläfert wurden. Für den Nekropsieunterricht am pathologischen Institut werden Tierkadaver aus der Universitätsklinik verwendet3.
Die veterinärmedizinische Fakultät der Ohio State University bezieht ihre Unterrichtstiere derzeit aus lokalen Tierheimen. Kranke Tiere oder aus gesundheitlichen oder Verhaltensgründen nicht vermittelbare Tiere werden eingeschläfert und der veterinärmedizinischen Fakultät gespendet. Die Fakultät hat großes Interesse an der Einrichtung eines Tierspendenprogramms, um einen regelmäßigeren Bezug von Tierkadavern sicherzustellen4.
Die veterinärmedizinische Fakultät der Wisconsin University hatte bereits vor 15 Jahren ein Tierspendenprogramm an der Universitätsklinik eingerichtet5. Damit wurden anfangs 20 % des Unterrichtsbedarfs an Tierkadavern gedeckt. Über die Jahre und teilweise aufgrund von wechselnden Fakultätsmitgliedern schlief das Programm ein, wird aber derzeit wiederbelebt. Die gespendeten Tierkadaver werden im makroskopischen Anatomieunterricht und in den zusätzlichen Wahlfächern zur Kleintier-Chirurgie und -Zahnmedizin eingesetzt. Ziel ist es, innerhalb von 3 Jahren den Bedarf an Kleintieren zu 100 % mit dem Tierspendenprogramm zu decken. Gegenwärtig dient ein Pilotprojekt dazu, lokale praktische Tierärzte mit der Fakultät in Verbindung zu setzen, um mehr Tierkadaver zu erhalten.
An der veterinärmedizinischen Fakultät der University of California (Davis) werden die Tiere im Allgemeinen aus kommerziellen Quellen und aus Tierheimen bezogen. Um jedoch den ethischen Bedenken einiger Studierender entgegenzukommen, werden auch Tierkadaver aus "geeigneten Quellen", d.h. Tierspenden, bezogen6. An der veterinärmedizinischen Fakultät der Virginia Tech University werden gespendete Tierkadaver nur für den Pathologie/Nekropsie-Unterricht eingesetzt7. Der Großteil dieser Tierkadaver stammt aus der Universitätsklinik. Für den Anatomieunterricht werden eingeschläferte Tiere aus Tierasylen verwendet.
Weitere Fakultäten zeigen Interesse an einem Tierspendenprogramm, zögern aber, es auch einzurichten. Eine solche Zögerlichkeit seitens von Anatomie-Dozenten basiert zum Teil auf den folgenden Annahmen:
a. Die Programme sind arbeitsintensiv, weil Tierspenden nur sporadisch und manchmal zu ungünstigen Tageszeiten vorkommen.
Tierspendenprogramme erfordern keinen Vollzeit-Verantwortlichen. Es ist nicht notwendig, zu jeder Tageszeit verfügbar zu sein, um gespendete Tierkadaver sofort einzubalsamieren. Wir haben schon Tierkadaver erst 4-5 Tage nach der Einschläferung erfolgreich einbalsamiert. Mehrere Tierkadaver, die über einen Zeitraum von 3-4 Tagen gespendet werden, werden zusammen einbalsamiert. Ein oder zwei Studierende der Veterinärmedizin können leicht dafür gewonnen werden, die Einbalsamierung zu erlernen und zu übernehmen. Dies spart den Lehrkräften Zeit und Aufwand.
b. Gespendete Tiere sind oft kastriert und darum nicht geeignet zum Unterrichten der reproduktiven Komponente der Anatomie.
Rund 90 % der für die TUSVM gespendeten Tiere sind kastriert. Ich gehe davon aus, das diese statistische Angabe wahrscheinlich landesweit dem Prozentsatz der von ihren Besitzern kastrierten Tiere entspricht. An der TUSVM haben wir Lehrmethoden entwickelt, mit der die hohe Anzahl an kastrierten Tieren für den Einsatz im Anatomie-Unterricht kompensiert wird. Unter den Tierspenden für den Unterricht sind jährlich 2-3 unkastrierte Tiere. An diesen demonstrieren die Dozenten die Anatomie des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems vor der gesamten Klasse. Am Ende des Unterrichts werden Unterleibs- und Beckenbereich der Tiere herausgeschnitten und für die nächste Klasse aufbewahrt. Über einen Zeitraum von 2-3 Jahren haben wir genügend intakte Spezimen gesammelt, um die reproduktive Komponente der Anatomie angemessen zu unterrichten. Die Spezimen können auch plastiniert werden, um sie besser nutzbar zu machen.
c. Gespendete Tierkadaver lassen sich möglicherweise nicht korrekt einbalsamieren, sodass sich gefährliche Pilze ausbreiten könnten.
In meiner persönlichen Erfahrung, die sich auf 6 Jahre makroskopischer Anatomielehre anhand von Tierspenden stützt, ist dies nie der Fall gewesen. Die Einbalsamierungsprotokolle habe ich nach dem Vorbild des Leichenspendenprogramms der Tufts Medical School, das von einem zertifizierten Leichenbestatter geleitet wird, entwickelt. Wir haben an keiner der Tierspenden Schimmelbildung erlebt.
d. Gespendete Tiere könnten infektiöse Krankheiten haben, die schädlich für Menschen sind.
Ein großer Vorteil des Tierspendenprogramms ist es, dass wir die Patientenakte jedes Tieres von der Universitätsklinik erhalten und bewerten können. Hingegen gibt es absolut keine Möglichkeit, die Patientengeschichte von kommerziell erworbenen Tieren oder von in Tierheimen eingeschläferten Tieren nachzuvollziehen. Ob die Krankheit eines Tieres dem staatlichen Veterinäramt gemeldet werden muss, hängt von den Vorschriften des jeweiligen Staates ab. In Massachusetts gilt z.B. Tollwut als endemisch und muss nicht gemeldet werden. Andere relevante Krankheiten, wie z.B. Bruzellose (Morbus Bang) oder Tuberkulose, treten selten auf und werden normalerweise von den Behörden kontrolliert, sodass die Verwendung solcher Tiere für den Unterricht ausgeschlossen wird. In den 6 Jahren, in denen wir bereits Tierspenden an der TUSVM verwenden, hatten wir keinen einzigen Fall einer Infektionskrankheit.
Unsere Erfahrung mit dem Tierspendenprogramm ist sehr positiv. Die Studierenden wissen die Lehre der Anatomie besser zu schätzen, zeigen ein reiferes Verhalten im Umgang mit den Tierkadavern und führen die Sezierungen sorgsam und verantwortungsbewusst durch.
Zudem bietet das Tierspendenprogramm die Möglichkeit, weitere wichtige Lernthemen in die Ausbildung der zukünftigen Tierärzte zu integrieren. Zum Beispiel bekommen die Studierenden an der TUSVM die Patientengeschichte des Tieres (Hund und Katze), das sie sezieren sollen. Diese Patientengeschichte könnte in den Unterricht zu problemorientiertem Lernen integriert werden. So könnten die Studierenden aufgefordert werden, individuelle Seminararbeiten zu schreiben, in denen die anatomische oder physiologische Grundlage der Krankheit des Tieres herausgearbeitet wird.
Das Tierspendenprogramm ist ein funktionierendes Programm, das an veterinärmedizinischen Fakultäten eingerichtet werden kann. Es ist kosteneffektiv und bietet gegenüber den herkömmlichen Tierbeschaffungsmethoden eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehört, dass den Studierenden eine wertvolle Ausbildung geboten wird, die sowohl die klinischen Aspekte der Anatomie betont, als auch die Möglichkeit, die ethischen Werte der Veterinärmedizin vom ersten Studienjahr an in die Ausbildung der zukünftigen Tierärzte zu integrieren.
Anhang: Verfahren zur Einbalsamierung von gespendeten Tieren
Hunde: Nach dem Ausstrecken des Kadavers auf volle Länge wird in der Bauchmitte eine Inzision durchgeführt. Die Luftröhre wird freigelegt, geöffnet und mit Fließpapier verschlossen. Dadurch wird ein Austreten des Einbalsamierungsmittels aus den Lungen verhindert und eine korrekte Präparierung des Körpers ermöglicht. Auf der Rückseite der Luftröhre wird die gemeinsame Kopfarterie vorgelagert und eine Metallkanüle geeigneter Größe eingeführt (gewindelos, Katalognr. 708701, 708719 oder 708727; The Dodge Company Inc., 165 Cambridge Park Drive, PO Box 400193, Cambridge, MA 02140, USA; Tel.: +1 800 443 6343). Die Kanüle wird in der Arterie befestigt und folgende Lösung wird eingeführt: Permaflow (Dodge Chemical Company) im Verhältnis 1:2 in lauwarmem Wasser verdünnt, und bei einer Fließgeschwindigkeit von 300 ml/min mit Hilfe einer peristaltischen Pumpe (Fisher Scientific) in die Kanüle injiziert. Die Permaflow-Lösung muss ungefähr 10 Minuten (oder länger, wenn es die Zeit erlaubt) im Tierkörper verbleiben. Die Einbalsamierungslösung wird bei einer Fließgeschwindigkeit von ca. 300 ml/min in den Tierkörper gepumpt. Die Einbalsamierungslösung kann von Hydrol Chemical Company (Commerce Drive, Yeadon, PA 19050, USA; Tel. +1 800 345 8200) bezogen werden. Die konzentrierte Einbalsamierungslösung besteht aus den folgenden Chemikalien (Volumenprozent):
37 %-iges Formaldehyd 13 %
Phenol 13 %
Ethanol 32 %
Propylenglykol 42 %
Maquat (Thymol) (Gew.-%) 1 %
Die Einbalsamierungslösung wird im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt und in den Tierkörper gepumpt (sodass sich ein effektiver Formalingehalt von 3,25 % ergibt). Wenn die Einbalsamierungslösung in den Tierkörper zu fließen beginnt, wird die äußere Drosselvene punktiert, um zusammen mit der zuvor injizierten Permaflow-Lösung das Blut herausfließen zu lassen. Der Tierkörper wird ausgeblutet, bis der Ausfluss aus der Drosselvene fixiertes Blut (helldunkel-schmutzigbraun) zeigt. Die äußere Drosselvene wird abgebunden und die Infusion der Einbalsamierungslösung solange fortgesetzt, bis sich die Muskeln fest anfühlen.
Unserer Erfahrung nach benötigt ein großer Hund (30 kg oder mehr) 30-40 Liter Einbalsamierungslösung. Im Falle eines geblähten Abdomens wird ein Trokar mit einer 14 GA-Nadel in den Magen eingeführt, um das Gas abzuführen. Dadurch wird der Druck im Unterleib reduziert, sodass die Einbalsamierungslösung leichter in die unteren Extremitäten fließt. In jeden Hohlraum in Unterleib und Brustkorb werden 100-200 ml der Einbalsamierungslösung injiziert. Wenn sich ein Muskel weich anfühlt, wird eine angemessene Menge der Einbalsamierungslösung noch einmal punktuell injiziert.
Katzen: Zunächst wird wie oben für Hunde beschrieben vorgegangen. Nach der Isolierung der gemeinsamen Kopfarterie wird in diese ein 23-GA-Katheter eingeführt (z.B. 'Quick-Cath' ohne Flügel; Baxter Healthcare Corporation, One Baxter Parkway, Deerfield, IL 60015, USA; Tel. +1 847 948 2000), die Nadel wird herausgezogen und entfernt. Die Kanüle wird in der Arterie mit einem Faden befestigt. Der Katheter wird mit einem engen Schlauch verbunden, der an die peristaltische Pumpe angeschlossen ist, und die Einbalsamierungslösung wird bei einer Fließgeschwindigkeit von 50 ml/min eingepumpt. Eine 4-kg-Katze benötigt für eine gute Fixierung üblicherweise 1 Liter Einbalsamierungslösung. Wie oben beschrieben wird bei Bedarf noch einmal zusätzliche Einbalsamierungslösung gezielt in Hohlräume und Muskeln injiziert.
Zwar ist es möglich, den Tierkadavern außerdem blauen (für Venen) oder roten (für Arterien) Latex zu injizieren; aber da diese Gefäßinjizierung recht arbeitsintensiv ist, haben wir uns dagegen entschieden. Die Studierenden konnten Arterien und Venen auch ohne Latex unterscheiden.
Quellen
1. National Library of Medicine, History of Medicine Division
2. Dr. Judy Provo, Kansas State University College of Veterinary Medicine
3. Dr. Anton Hoffman, Texas A&M University College of Veterinary Medicine
4. Dr. Daniel Smeak, Ohio State University College of Veterinary Medicine
5. Dr. Norm Wilson, University of Wisconsin School of Veterinary Medicine
6. University of California College of Veterinary Medicine (Davis) website
(www.calf.vetmed.ucdavis.edu)
7. Dr. Ludeman Eng, Virginia Tech College of Veterinary Medicine
Über den Autor
Amarendhra M. Kumar absolvierte seine veterinärmedizinische Ausbildung am Mysore Veterinary College in Bangalore, Indien, wo er den Master of Science in Veterinäranatomie erhielt. Anschließend lehrte er makroskopische Anatomie am Mysore Veterinary College sowie am Ahmadu Bello University College of Veterinary Medicine in Nigeria, bevor er in die USA kam. An der Kansas State University erhielt er den Master of Science der Physiologie, und an der University of Florida promovierte er zum Doktor der Neurowissenschaften. Seit 1983 lehrt er makroskopische Veterinäranatomie an der Tufts University. Aus seiner Tätigkeit entstanden rund 100 Referate und Veröffentlichungen zu verschiedenen Forschungsthemen. Amarendhra M. Kumar ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift Small Ruminant Research.
M.S.A. Kumar, BVSc, MVSc (Bachelor und Master of Veterinary Science), MS (Master of Science), Dr. phil.
Professor für Anatomie
Department of Biomedical Sciences
Tufts University School of Veterinary Medicine
200 Westboro Road
North Grafton, MA 01536
USA
Tel.: +1 508 839 7967
Fax: +1 508 839 7969
E-Mail: m.kumar@tufts.edu
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